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Internationaler Schutz der Haie und Roche

Wie gefährdet sind Haie und Rochen?
Weltweit existieren etwa 500 Hai- und über 600 Rochen- und andere Knorpelfischarten. Haie und Rochen reagieren besonders empfindlich auf Überfischung, da sie in der Regel spät geschlechtsreif werden, lange leben und wenige Nachkommen hervorbringen. Durch Überfischung sind die Bestände um bis zu 90% seit Beginn der modernen Fischerei zurückgegangen. Ihre ökologische Bedeutung im Nahrungsnetz ist noch nicht vollständig erforscht, aber klar ist: Fallen diese Raubtiere weg, so gerät das Gleichgewicht des Ökosystems Meer ins Wanken.
Ein Viertel aller Hai- und Rochenarten sind laut Weltnaturschutzunion (International Union for the Conservation of Nature, IUCN) mittlerweile im Bestand gefährdet. Nur gut ein Drittel aller Hai- und Rochenarten sind nachweislich noch nicht bedroht.

Was sind die Gründe für den Rückgang der Haie?
Überfischung bzw. internationaler Handel in großem Umfang mit Haien und Rochen und ihren Produkten ist die Hauptgefährdungsursache für diese Tiere. Viele Hai- und Rochenarten werden nicht nachhaltig bewirtschaftet, sondern ausgebeutet. Oft existieren keine Managementsysteme oder sie werden nicht eingehalten.
Ein Problem in EU-Gewässern ist der Beifang von Haien und Rochen in der kommerziellen Fischerei. Dabei geraten Haie und Rochen zusammen mit den Zielarten (wie z.B. Kabeljau, Scholle und Seezunge) unbeabsichtigt ins Netz und werden tot oder schwer geschädigt über Bord geworfen. Die Hauptgefährdung stellen dabei schwere grundgeschleppte Fanggeräte (z.B. Scherbrettnetze, Baumkurren) dar. Einige Gebiete werden mit diesen Fanggeräten bis zu 20 Mal pro Jahr regelrecht durchpflügt. Für einen besseren Schutz von Haien und Rochen ist deshalb die Einrichtung von fischereilichen Ausschlussgebieten erforderlich.

Unter welchem Schutz stehen die Haie bislang in Deutschland?
In der EU gilt bereits seit 2010 auf deutsche Initiative ein Fangverbot für die gefährdeten Haiarten Dornhai und Heringshai. Dieses Verbot gilt für EU-Gewässer und EU-Schiffe.

Unter welchem Schutz stehen die Haie bislang international?
Das Washingtoner Artenschutzabkommen CITES (Convention on International Trade in Endan-gered Species) regelt den internationalen Handel mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Es beinhaltet unterschiedliche Schutzstandards: Arten, die in Anhang I gelistet sind, gelten als unmittelbar vom Aussterben bedroht, zum Beispiel Wale und Meeresschildkröten. Der Handel mit diesen Arten ist verboten. Arten, die in Anhang II gelistet sind, gelten als schutzbedürftig, zum Beispiel viele Reptilienarten und Orchideen. Hier sind Aus- und Einfuhrgenehmigungen nötig. Zudem muss nachgewiesen werden, dass die Ausfuhr unschädlich für den Bestand ist (Nachhaltigkeitsprüfung/Non-Detriment-Finding).
Einzelne Hai- und Rochenarten sind bereits seit längerem unter den Schutz von CITES gestellt: Die Familie der Sägerochen ist seit 2007 in Anhang I gelistet. Hier ist der internationale Handel verboten.
Riesenhai und Walhai sind seit 2002, der Weiße Hai ist seit 2004 in Anhang II CITES gelistet. Hier ist der Handel nur erlaubt, wenn er nachhaltig ist.

Was verändert sich am 14.9.2014 für den Schutz der Haie?
Auf der 16. CITES-Konferenz im März 2013 wurden weitere fünf Haiarten und die Mantarochen in Anhang II aufgenommen. Diese Listungen treten am 14. September 2014 in Kraft, da den Vertragsstaaten eine 18-monatige Frist zur Bewältigung administrativer und technischer Herausfor-
derungen in Bezug auf die Umsetzung der Listungen eingeräumt worden war. Die laut Roter Liste jeweils gefährdeten oder stark gefährdeten Arten sind:
-der Weißspitzenhochseehai, ein subtropisch-tropischer Hai, der weltweit auftritt, vornehmlich im freien Ozean. Seine Flossen sind international stark nachgefragt.
-der Heringshai, ein Art der gemäßigten Breiten auf Nord- und Südhalbkugel. Sein Fleisch ist international sehr begehrt. Die Bestände wurden insbesondere im Nordostatlantik völlig überfischt.
-drei Hammerhai-Arten, die meist in subtropischen und tropischen Zonen anzutreffen sind. Die Flossen sind international stark nachgefragt, das Fleisch wird hauptsächlich lokal konsumiert.
-Mantarochen, die in tropischen und subtropischen Gewässern leben. Haut, Kiemen und Leberflüssigkeit werden international gehandelt.

Was ist das Besondere an den neuen Listungen?
Die neuen Hai- und Rochenlistungen sind ein Meilenstein für den Schutz mariner Arten, da damit erstmals kommerziell sehr bedeutsame marine Ressourcen unter den Schutz von CITES gestellt werden. Die gelisteten Hai- und Rochenarten sind nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich bedeutsam. Jahrelang hatten sich insbesondere Japan, China und Island gegen die Aufnahme gewehrt. Aufgrund einer großen Gegenbewegung angeführt von der EU (insbesondere Deutschland), USA, Brasilien, Kolumbien, Ecuador und vielen mehr, sowie unzähligen Natur-schutzorganisationen konnte 2013 jedoch die jeweils erforderliche Stimmenmehrheit für die Anträge erreicht werden.

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