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Treibhausgasmessungen im Ozean vereinheitlichen

Foto: A. Villwock, GEOMAR.

Wenig bekannt, aber für den Klimawandel sehr wichtig: die Treibhausgase Lachgas und Methan. Für diese Stoffe, die zu großen Teilen aus dem Ozean stammen, gibt es weltweit noch keine einheitlichen ozeanischen Messungen. Um dem ein Ende zu setzen und ein globales Netzwerk von Zeitserienmessungen im Ozean aufzubauen, hat sich im Rahmen des Scientific Committee on Oceanic Research (SCOR) eine internationale Arbeitsgruppe um den GEOMAR-Wissenschaftler Prof. Hermann Bange gebildet.

„Ozonkiller des 21. Jahrhunderts“ – so wurde Distickstoffmonoxid, umgangssprachlich auch als „Lachgas“ bekannt, kürzlich noch betitelt. Das Gas mit der chemischen Formel N2O ist aber nicht nur für die Ozonschicht von Bedeutung, es ist auch eines der gefährlichen Treibhausgase, das aus dem Meer an die Atmosphäre abgegeben wird. Auch Methan (CH4) spielt im Bezug auf globale Emissionen aus dem Ozean eine immer größere Rolle. Die bisherigen Abschätzungen der ozeanischen Emissionen von Lachgas und Methan sind jedoch mit einem sehr hohem Grad an Unsicherheiten behaftet. Um dem entgegenzuwirken, hat sich jetzt eine internationale Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Hermann Bange vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel gebildet. Die “Working Group WG143” wird finanziert vom internationalen SCOR Programm (Scientific Committee on Oceanic Research) einer Organisation des International Council for Science.

Ziel der Arbeitsgruppe ist es, den wissenschaftlichen und technischen Rahmen für ein globales Netzwerk von Langzeitmessungen für Lachgas und Methan im Ozean zu schaffen. „Dazu gehört auch eine Reihe von Vergleichsstudien, an denen mehr als zehn Institute weltweit beteiligt sein werden“, erklärt der Chemische Ozeanograph Bange. „Diese sind, genauso wie die Zeitserienmessungen an sich, sehr wichtig, um Ergebnisse weltweit vergleichbar zu machen“, erläutert er.

Regelmäßige Langzeitbeobachtungen von Lachgas und Methan in ozeanischen Gebieten, wie sie vom GEOMAR an der Zeitserienstation Boknis Eck in der Eckernförder Bucht seit 2005 durchgeführt werden, gibt es weltweit nur sehr selten. Außerdem wurden diese Messungen bisher immer unabhängig voneinander gemacht, teilweise mit verschiedenen wissenschaftlichen und technischen Grundlagen. „Wir wollen einheitliche Standards für Messungen von diesen Gasen schaffen, damit wir die Zeitserienmessungen miteinander verknüpfen können“, so Professor Bange. Dabei sollen möglichst alle relevanten ozeanischen Gebiete abgedeckt werden. Denn nur so könne man erreichen, die globalen Emissionen tatsächlich besser abzuschätzen und infolge dessen auch bessere Prognosen für die zukünftigen Emissionen von Lachgas und Methan im Zeichen des globalen Wandels machen zu können.

Gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Sam Wilson von der University of Hawaii hat der Kieler Meeresforscher den Antrag für das Projekt eingereicht. „Die Konkurrenz war groß, nur zwei von elf Anträgen wurden von SCOR bewilligt“, freut sich Hermann Bange. Start des Projektes war der erste Januar diesen Jahres. Für eine Dauer von vier Jahren bekommt die Arbeitsgruppe jährlich ein Budget von rund 15.000 US-Dollar, das primär für den wissenschaftlichen Austausch gedacht ist. „Für mich persönlich ist das ein großartiger Erfolg und ich hoffe, dass wir mit diesem Projekt ein koordiniertes, langfristiges und globales Messprogramm auf den Weg bringen können, “, resümiert Prof. Bange.

geomar

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